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Johannes Plass
CEO und Gründer MUTABOR

Mit der BrandEx Konferenz haben der Verband Famab und seine neuen Verbündeten erkannt, was die Menschen in der Branche bewegt: In Zeiten von Transformation suchen die BrandEx Experten den Wissensaus­tausch. Deshalb kann die BrandEx Konferenz auf einen enormen Zu­wachs bei den Besuchern schauen und das Fazit unter den Teilnehmern fällt in der offenen Abstimmung im Schluss­akt positiv aus, denn 80 % der Teilnehmer bekunden wiederzu­kommen.

Hier meine Highlights und persönliche Erkenntnisse.

Auch ich schaue mit 80 : 20 positiv auf mein Engagement im Kuratorium des BrandEx zurück. Mir war es ein Anliegen, das Potential der BrandExperience Formate sichtbar zu machen und die Nähe der Branche zu den Top Trends aufzu­zeigen. Entlang der Agenda Digitalisierung, Nachhaltigkeit und NextGen mit Fokus auf die Generation Z habe ich mit Unterstüt­zung meiner Kollegen im Kuratorium versucht, vor allem die Disruption entlang dieser Themen in den Vordergrund der Konferenz zu stellen.

»Sozial ist das neue Bio«
Und so wurden im Laufe des Tages unter den Konferenz-Besuchern vor allem die Beiträge positiv diskutiert, die auf diese Agenda eingezahlt haben.

Hervorzuheben ist dabei vor allem die Eröffnungsrede von Professor Roland Lambrette, Dekan der Hochschule für Künste Bremen, der die Köpfe der Branche auffordert sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu werden. In den Sitzreihen zücken die Leute ihre Smart­phones und fotografieren, als Professor Lambrette den plakativen Chart »sozial ist das neue bio« auflegt.

Was zum Start des Tages vielleicht noch ein wenig für Verunsicherung unter den Teilnehmern sorgte, wird spätestens mit den Panel Diskussionen zur Geschlechter­gleichstellung, dem Beitrag von Fridays for Future sowie der Präsentation von Mareike Fuisz zum Thema Down-Syndrom und Inklusion aufgelöst. Die Branche will mehr soziale Verantwortung, die Transformation ist angestoßen und bewegt die Teilnehmer.

Ausnahme-Präsentationstalent: Cesy Leonard
Vor allem Cesy Leonard, Chefin des Planungsstabs im Zentrum für politische Schönheit, rockt die Bühne und erntet Standing Ovations.

Auch ich bin total begeistert. Hier ist nicht nur die Chutzpe und das vorgestellte Projekt »Holocaust Mahnmal Bornhabgen« auf dem Nachbargrundstück von Björn Höcke hervorzuheben. Mich hat vor allem die Qualität der Präsentation echt vom Stuhl gehauen.
In den Kategorien: beste Strategie, beste Projektplanung, beste PPT, beste Filme, Unterhaltungsqualität, Humor und Interaktion mit dem Publikum zeigt die Künstlerin was „State of the Art“ ist. Ich ziehe aus diesem Beitrag neue Vorsätze für meine Agenda in 2020.
Jedem Festival- oder Konferenzorganisator ist zu empfehlen, diese Dame aufs Podium zu holen. Ich habe noch nie etwas gesehen, das mich so motiviert hat, besser zu werden und an mir zu arbeiten. Wow!

Neben diesen hoch emotionalen und bewegenden Präsentationen sind die digital getriebenen Beiträge zu nennen, die das Business der Experience- und Event-Agenturen bewegen. Stefan Ponikva von BMW formuliert dabei am klarsten, wohin die Reise geht. Projektentwicklung getrieben von Messbarkeit in Social Media ist der Trigger für die strategische Ausrichtung des BrandEx Business. Vor allem im Panel Erfolgsmessung überzeugen seine Statements die Zuhörerschaft, sehr viele schreiben mit.

Für uns Agentur-Manager heißt das, kommende Projekte von einem neuen Ende her zu denken: Zukünftige Projekte enden nicht mit dem Start der Show, sondern mit der Verbreitung des Events in den Sozialen Medien. Und Stefan Ponikva gesteht ein, dass es hier noch keine echten Lösungen gibt und der Markt noch offen ist. Sowohl Kunden wie auch Agenturen müssen in neuen Konstellationen und Organisationsformen lernen, wie dieses Ziel erreicht werden kann.
Die Panels und Beiträge zum Thema Digitalisierung bestätigen, was sich im Vorfeld über eine Mafo bereits abzeichnete. Bei der Digitalisierung steckt die Branche noch in den Kinderschuhen. Es hilft also nicht auf den mangelnden Fortschritt der Kunden zu schimpfen, da müssen wir alle selber ran. Ich bin Herrn Ponikva sehr dankbar, dass er so klar artikulieren kann, wie wir uns prozessual ändern und personell aufstellen müssen, um als Branche digital einen Schritt nach vorne zu machen.

War das das Briefing für die nächste BrandEx?
Für die Messegesellschaften und „Organizer“ war die Präsentation von Christoph Beauflis von der Messe München sicherlich eine Inspiration. Die Ispo hat längst den Wandel von der Messe zur Plattform vollzogen. Seine Präsentation zeigt, wie eine zeitgemäße Unternehmenspräsentation auszusehen hat: Klare Vision, top formuliertes WHW, ein authentischer Purpose und eine gelebte Innovations-Kultur getrieben von Digitalisierung.
Mit seiner Präsentation liefert er gleich das Briefing für die nächste BrandEx: Der Plattform-Gedanke treibt auch das BrandEx Business.
Ich kann dem Verband nur empfehlen, nicht nur seiner inhaltlichen Agenda zu folgen, sondern auch seiner Einladung nach München nachzukommen. Dortmund ist bei aller Liebe zur Provinz keine Alternative für eine Plattform, die sich mit anderen Branchen-Veranstaltungen messen möchte.

Und abends dann die Awards…
Zum Abend hin wurden noch die Preisträger des BrandEx Awards ausgezeichnet. Während die Awardshow als Format deutlich an Qualität und Dynamik zugelegt hat, sehe ich die Juryarbeit kritisch. Hier war mir uns vielen Kollegen im Publikum unklar, nach welchen Kriterien die Jury die Medaillen vergeben hat.
Mein persönlicher Favorit ist die Goldmedaille für den Auftritt von Hyundai auf der CES in 2019. Hier hat der Kollege Brückner zu recht abgeräumt und einen tollen Kunden am Start. Denn auch in 2020 hat Hyundai mit seinem Beitrag die CES gerockt.