Maximilian Friedrichs
Strategist bei MUTABOR

Die Welt steht vor einer der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Corona Krise hat ihren Weg um den Globus gefunden und stellt Menschen und Unternehmen vor drastische Veränderungen. Schon vor der Krise war uns allen klar, dass wir in schnellen, sich ständig verändernden Zeiten leben – wir haben uns fast daran gewöhnt. Tatsächlich haben sich unsere Umweltbedingungen aber gerade jetzt in die instabilste Lage gewandelt, die man sich vorstellen kann. Unser Kontext ist „fluide“ geworden – physisch wie sozial. Menschen auf der ganzen Welt fangen an, ihr Verhalten an die Situation anzupassen und agieren anders als zuvor. Das prominenteste Beispiel in den Medien sind wohl die Hamsterkäufe – das am meisten nachvollziehbare ist der Sprung ins Digitale, ausgelöst durch unseren neuen Umgang mit- und füreinander: Social Distancing. 

Bei MUTABOR wissen wir: Dort wo sich das Verhalten der Menschen ändert, liegt auch immer ein Handlungsbedarf bei Unternehmen. Während manche noch unsicher sind, ob sie auf die Krise reagieren sollen, glauben wir, dass es gerade jetzt an der Zeit ist, die allseits beliebten Schlagwörter wie Purpose, Customer Centricity und agiles Reagieren in die Tat umzusetzen. Unternehmen sind dann am erfolgreichsten, wenn sie die individuelle Situation des Menschen erkannt haben und genau dort ansetzen, um zu helfen. Nie war es leichter, diese Situation zu erkennen und mit dem eigenen Zweck und Geschäftsmodell zu verbinden – aber es war auch noch nie nötiger. Unternehmen tun gut daran, die durch Corona angestoßenen Veränderungen im Wertesystem der Kunden genau zu analysieren und das daraus resultierende Verhalten zu verstehen. Folgende Fragen sollte man sich unbedingt stellen: 

1. Ist eine funktionierende Organisationsstruktur und das Empowerment in der Markenführung für solche schnellen Reaktionen vorhanden?

2. Was ist unser höheres Ziel, unser Zweck (Purpose) und wie können wir ihn in dieser Situation glaubhaft erfüllen?

3. Was ist unseren Kunden gerade jetzt wichtig? Wie können wir Empathie zeigen, um Komfort und Sicherheit zu vermitteln und das Vertrauen in der Kundenbeziehung zu stärken?

4. Welche Themen können wir in die virtuelle und digitale Welt übertragen?

5. Für die Zukunft: Was werden wir auch nach Corona tun, um als Unternehmen zum sozialen Fortschritt und Wohlergehen beizutragen?

Machen wir uns nichts vor: Viele Unternehmen werden angeschlagen aus der Krise hinausgehen. Viele werden herbe Verluste hinnehmen müssen. Aber wer jetzt auf sinnvolle Art und Weise hilft und dabei mit einem Werteverständnis agiert, das mit der aktuellen Situation resoniert, der wird sich in die Gedächtnisse einbrennen und starken Impact auf seine Markenwahrnehmung erzielen. Am Ende werden sich die starken Marken schneller erholen – oder vielleicht sogar gestärkt aus der Krise herausgehen.