• Home
  • Highlights
  • Lernen durch Machen! 

Lernen durch Machen! 

Wie Mutabor KI in den Arbeitsalltag bringt? Niklas Karbowiak, Manager Business Strategy & Innovation, im Interview mit »PAGE«: 

KI-Schulungen verpuffen oft im Alltag. Mutabor setzt deshalb auf regelmäßige interne Hackathons mit konkreten Fragestellungen aus dem Tagesgeschäft. Keine abstrakten Tool-Demos, keine Frontalbeschallung, sondern echte Probleme, gemischte Teams und das Ziel, in einem halben oder ganzen Tag einen ersten, funktionierenden Prototypen zu bauen. Die Ergebnisse: agentenbasierte Workflows für Alltagsaufgaben, skalierbare Brand Assets, digitale Prototypen und – nicht zuletzt – eine spürbar veränderte Haltung gegenüber KI in der Organisation.

Vom Experiment zum Standard: Wie KI-Workflows Teil der Brand Guidelines werden.

PAGE: Du hast gesagt, Learnings und Workflows werden »in der Organisation sichtbar gemacht und weitergetragen«. Zeig uns einen.

Niklas Karbowiak: Klar! Hier ein starkes Beispiel aus einem aktuellen Rebranding-Prozess: Wir haben in den Hackathons node-basierte Workflows entwickelt, um hochwertige 3D-Brandingelemente und Icons skalierbar zu generieren. Das Spannende daran: Diese Workflows, Logiken und Prompts fließen jetzt direkt als neues Regelwerk in die Brand Guidelines des Kunden ein. Dafür gab es vorher keinen Blueprint. Wir mussten ihn uns erarbeiten. Der größte Erfolg ist aber, was danach passiert: Inzwischen ist das kein Nischenthema mehr für drei Spezialist:innen. Jeder zweite Designer bei Mutabor nutzt heute ganz selbstverständlich node-basierte Workflows, um visuelle Systeme zu bauen.

Angst hilft nicht. Fähigkeiten schon.

PAGE:In Kreativagenturen sitzt die Angst tief, dass KI Stellen frisst. Wie geht ihr bei Mutabor damit um – redet ihr das weg, oder adressiert ihr es im Hackathon direkt?

Niklas Karbowiak: Wir reden das nicht weg, das wäre fatal. KI macht bestimmte Produktionsschritte und standardisierbare Aufgaben günstiger, schneller und austauschbarer. Das ist keine abstrakte Bedrohung, sondern spürbare Realität in den Agenturen. Unsere Antwort darauf ist nicht Motivationstalk, sondern Befähigung. Wir wollen absolute Weltklasse-Designer:innen bleiben. Die Frage ist nicht, ob sich unsere Jobs verändern, sondern ob wir diesen Wandel aktiv gestalten oder passiv ausbaden. Im Hackathon holen wir das Thema aus der diffusen Angst in die Praxis und trainieren genau das, was wichtig bleibt: Systemisches Denken, Urteilskraft und Werkzeugverständnis.

KI macht Output billig und Urteilskraft unbezahlbar.

PAGE: Wenn Brand Assets und visuelle Systeme im Hackathon in Stunden entstehen, was bedeutet das für den Wert gestalterischer Handwerkskunst? Ist das Befreiung oder Entwertung?

Niklas Karbowiak: Weder noch, denke ich. Es ist eine massive Verschiebung. Wenn die reine Exekution von Assets billiger und schneller wird, steigt der Wert von Geschmack, Präzision und Markenverständnis extrem an. Wenn wir nur noch Output generieren, aber aufhören, unsere gestalterische Urteilskraft zu trainieren, landen wir ungebremst in der Inflation des Mittelmaßes. Handwerk verschwindet nicht. Es verlagert sich von der reinen Ausführung auf Kuration, Systemarchitektur und die berühmten »letzten 20 Prozent«, die einer Arbeit Seele geben.

3 praktische Tipps für einen Hackathon

PAGE: Was unterscheidet einen gut funktionierenden Hackathon von einem, der versandet? Was sind deine drei nicht verhandelbaren Bedingungen für das Format?

Niklas Karbowiak:
Erstens: Echte Pain Points und Use Cases aus dem Agenturalltag statt abstrakter Tool-Demos.

Zweitens: Radikal gemischte Teams – UX neben Projektmanagement, Motion Design neben Strategy, damit Probleme nicht immer aus der gleichen Perspektive gelöst werden.

Drittens: Systematischer Transfer danach. Erst wenn die Learnings dokumentiert und in die Agentur zurückgetragen werden, entsteht langfristig Kompetenzaufbau.

Weiterlesen? Hier!

Lust auf einen eigenen Hackathon?

Die Tools sind längst da, aber die Anwendung im Alltag stockt? Mutabor bietet inzwischen auch Hackathons für Kund:innen an.

Einfach eine Mail an: Niklas.Karbowiak@mutabor.de senden.